An dieser Stelle werden die seit 1995 zumeist in Kooperation von Heike Klapdor und Wolfgang Jacobsen entstandenen Radio-Sendungen aus den Bereichen Literatur und Kino zur Verfügung gestellt.

 

 

Das kalte Herz. Fritz Langs Film Metropolis und Georg Kaisers Gas-Drama.
Ein ikonographischer, kulturphilosophischer und literarischer Vergleich von Heike Klapdor.

Feature von Heike Klapdor. rbb – Kulturradio. Kulturtermin, 25’, 4. Februar 2010.

„Kalt und dekorativ“ sei das, „wuchtend leer“. Was sich mühelos als zeitgenössische Kritik des Films Metropolis verstehen ließe, gilt Georg Kaisers Revolutionsstück Gas I, das nach seiner Uraufführung 1918 zu einem der meist gespielten Stücke im deutschsprachigen Theater wurde. Fritz Langs monumentale Zukunftsvision nach dem Drehbuch von Thea von Harbou, die knapp ein Jahrzehnt später in die Kinos der Weimarer Republik kam, enthält  eine Vielzahl von Bezügen zu dem dramatischen Werk des expressionistischen Dichters. Daran erinnert Heike Klapdor aus Anlass der Präsentation der rekonstruierten Fassung von Metropolis bei der Berlinale 2010.


Von der Leidenschaft des Sprechens und der Kunst des Lebens. Ein Porträt des Vortragskünstlers Otto Wahrlich.

Feature von Heike Klapdor. SFB III. Kulturtermin. Berliner Profile, 30’, 29. Februar 1988.

Otto Wahrlich fegtein den zwanziger Jahren das bedeutungsschwere Deklamieren und das Pathos von Jahrhundertwende und Expressionismus von den Berliner Bühnen und lehrte nach dem Zweiten Weltkrieg die Kunst des natürlichen Sprechens an der Hochschule der Künste.


„Wollen Sie lachen?“ Szöke Szakall — Equilibrist des Komischen. – Ein Filmemigranten-Schicksal zwischen Berliner Varieté und Hollywood.

Feature, zusammen mit Wolfgang Jacobsen (30’), SFB III. Kulturtermin, 29. November 2001.

Wer will das nicht? Ein österreichischer Ungar legt sein ganzes Gewicht, sein eminent körperliches und geistblitzendes, auf die Bühnen der Varietés in Wien und Berlin, um sein Publikum zu unterhalten. Als der Film komische Talente braucht, ist Szöke Szakall gefragt. Als der Ungar mit dem unaussprechlichen Namen sicherheitshalber nach Amerika auswandern muss, nennen sie ihn in Hollywood der Einfachheit halber „Cuddles“.


Die Philosophie der Leinwand. Berlin, Nabokov und das Kino. Eine Sendung in drei Sätzen.

Feature, zusammen mit Wolfgang Jacobsen (30’), SFB III. Kulturtermin, 11. September 1995.

Als Vladimir Nabokov in den zwanziger Jahren in Berlin lebt, ist der junge russische Adelige ein armer Journalist und Dichter, der Tennisstunden gibt und für zehn Mark pro Tag als Filmkomparse in Babelsberg steht. Die Schattenwesen der Leinwand werden zu durchsichtigen Dingen seiner Berliner Romane, zu obskuren Räumen von Täuschung und Verbrechen.


Merhameh. Karl Mays schöne Spionin.

Feature, zusammen mit Wolfgang Jacobsen (30’), SFB III. Kulturtermin, 26. März 1997.

Ein 13jähriger Backfisch schickt 1903 ein Gedicht, die Phantasie am Grabe Winnetous an den 60 Jahre alten weißen Mann in Dresden. Das Mädchen hat alle Winnetou-Bände verschlungen. Es wird Karl Mays orientalische Muse. Nach seinem Tod sorgt die Roman- und Drehbuchautorin Marie Luise Droop mit dem Karl May-Forscher Adolf Droop und dem türkischen RegisseurErtugrul Mousshin-Beyund der Ustad-Film für die ersten Karl May-Verfilmungen. 1920 tummeln sich auf dem Filmgelände in Berlin Araberhengste aus dem Tattersall und kleine Löwen, die die Damen mit Schokolade füttern.