Penicilin und Kuckucksuhren

Penicilin und Kuckucksuhren. Filme nach 1945 erzählen vom Weiterleben nach Kriegsende. – Von Heike Klapdor. rbb Kulturtermin 7. 5. 2015

Filmproduktionen nach 1945 schreiben Mentalitätsgeschichte. Sie vermessen die Topographie einer äußeren und inneren Trümmerlandschaft. Sie registrieren die moralische und politische Desorientierung, erzählen von Gefühl und Geschäft, von Lügen und Leben, von Not, Kälte und Distanz, von Überlebenswillen und Scheitern. Die Regisseure sind Beobachter und Interpreten, zynisch wie Carol Reed (The Third Man / Der Dritte Mann), ironisch wie Billy Wilder (A Foreign Affair / Eine Auswärtige Angelegenheit) pessimistisch wie Roberto Rossellini (Germania, Anno Zero / Deutschland im Jahre Null) und Peter Lorre (Der Verlorene), optimistisch wie Leopold Lindtberg (Die Vier im Jeep) und Hans Thimig (Gottes Engel sind überall).