Iris Berben liest Anna Gmeyners Roman Manja

Der von Lisette Buchholz im Jahr 1984 herausgegebene und von Heike Klapdor mit einem Vorwort versehene, ursprünglich im Exil 1938 in Amsterdam unter dem Pseudonym Anna Reiner veröffentlichte Roman Manja. Ein Roman um fünf Kinder. der Autorin Anna Gmeyner, liegt nun als Hörbuch vor. Unter der Regie von Walter Adler spricht die Schauspielerin Iris Berben die leicht gekürzte Fassung von beinahe 900 Minuten.

Das Hörbuch Manja von Anna Gmeyner ist für den Deutschen Hörbuchpreis 2008 in der Kategorie Beste Interpretin nominiert. (Eine Hörprobe wird auf der Internetseite des Deutschen Hörbuchpreises zur Verfügung gestellt.)

 

Information des Hörbuch-Verlags hörkultur:
«12 CDs, gesprochen von Iris Berben unter der Regie von Walter Adler. Der Roman erzählt vom Leben in einer deutschen Stadt in den Jahren von 1920 bis 1934 am Beispiel der Geschicke von fünf Familien, die ganz unterschiedliche gesellschaftliche Milieus repräsentieren. Im Vordergrund die Kinder, sowohl des klassenbewussten, politisch engagierten Arbeiters als auch des jüdischen Kriegs- und Inflationsgewinnlers. Daneben die des liberalen, konfessionslosen Intellektuellen Arztes, des faschistischen Kleinbürgers und schließlich des verarmten ostjüdischen Einwanderers. In expressiver Bildlichkeit führt Anna Gmeyner das kollektive Wegsehen der Deutschen vor der alltäglichen Inhumanität vor Augen und dokumentiert in eindringlicher Weise, wie die nationalsozialistische Gesellschaftspolitik auf die Auflösung des Privaten, die Eliminierung individueller Refugien, besonders auch auf den Zusammenbruch des Familienzusammenhalts zielte.»

«Der Roman ist ein document humain von äusserster Eindrücklichkeit. Wer vom Menschen her erkennen will, was 1933 bedeutet hat, darf Manja nicht auslassen.»
Hans Kühner in Jüdische Rundschau, Basel 1984.

«Es geht eine Art Magie von der Manja aus. Fast scheint es, als habe Gmeyner in der Figur der Manja die Kunst selbst personifizieren wollen – und deren Missbrauch durch das nationalsozialistische Regime. Die engagierte Produktion verweist auch auf diese Deutungsmöglichkeit. Man wünscht ihr viele Hörer.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Februar 2008

«Dieser Roman ist – wenngleich von draußen beobachtet – ein beklemmend genaues Protokoll des rassistisch-totalitären Wahns, der die Gesellschaft immer gnadenloser in den Griff nahm, der kriechenden Anpassung, der Angst und der Arroganz, mit einem Wort: des deprimierenden Verfalls der deutschen Zivilisation, wie ihn Victor Klemperer in seinen Tagebüchern beschrieb.»
Die Tageszeitung (taz), 6. November 2007

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